Zum feierlichen Mitsingen

Die Bratwursthymne

Text: Christoph Martin Neumann. Bei wichtigen Auftauereignissen mit der gebotenen Würde vorzutragen.

Christoph Martin Neumann

Bratwursthymne

1

Du wirst verspeist, du ganz allein,
doch Bratwurst kannst du denn nur sein,
wenn du mit and’ren auf dem Rost gelegen.
Am Anfang bist du bleich und schlaff,
am Ende aber braun und straff,
ein köstlicher Genuss, so wie ein Kuss.

Refrain

Ja, dein Duft, der steigt mir in die Nase,
du lockst mich an,
und ich weiß, dass ich nicht widerstehen kann.

2

In Thüringen bist du zu Haus’,
du ziehst auch in die Welt hinaus,
und mancher meint, er könne dich kopieren.
Doch ich lieb dich, das Or’ginal,
und jede and’re wird zur Qual,
du bist als Gaumeng’nuss ganz selbstbewusst.

Refrain

3

Ein Grundrezept hat sich bewährt,
auf das ein jeder Fleischer schwört,
der dich stets immer wieder neu erfindet.
Man nehme frisches Fleisch vom Schwein,
viel Mageres, Fettes obendrein,
so ist das Fundament gelegt.

Refrain

4

Das Speisesalz kommt nun dazu,
der Pfeffer aber ist der Clou,
der Schwarze und der Weiße bringen die Würze.
Und ist dann alles gut vermengt,
so wird es in den Darm gezwängt,
als Fest- und Feierhit bist du nun fit.

Refrain

5

Und wer dich brät, ist nicht allein,
ich höre singen, lachen, schreien,
die Holzkohle erglüht, du spürst die Hitze.
Und wenn die Semmel dich umschließt,
der Born-Senf sich dann noch ergießt,
dann sagst du: „Jetzt ist Zeit, ich bin bereit.“

Zum Abschluss: 2× Refrain

Ja, dein Duft, der steigt mir in die Nase,
du lockst mich an,
und ich weiß, dass ich nicht widerstehen kann.